Bürgerverein fordert Brötchentaste

Altenburg. Der Bürgerverein Altenburg-Altstadt sieht wegen der Untersuchung zur Einzelhandelsversorgung im Altkreis Altenburg Ansätze, um die zwischen der Kreisstadt und den Umlandgemeinden bestehenden Konflikte zu lösen. Das teilt der Verein in einer Pressemeldung mit. „Die Ansiedlung von innenstadtrelevanten Sortimenten im Gewerbegebiet Nord/Ost ist im Hinblick auf eine zielgerichtete Stadtentwicklung unvertretbar“, so Vorstandsmitglied Detlef Zschiegner. „Der innerstädtische Leerstand an Verkaufsfläche von 39 Prozent kann nicht durch die Gebäudeeigentümer allein bewältigt werden.“ Hier müsse die Wirtschaftsförderung der Stadt helfen, erklärte er. Weder im Stadtgebiet noch am Stadtrand würden neue Lebensmittelmärkte gebraucht.

Die Studie betont die Dringlichkeit einer Stärkung der Innenstadt durch Stärkung des innerstädtischen Handels. Deshalb regt Vereinsvorsitzender Johannes Frackowiak an, in der Innenstadt für eine dreimonatige Testphase das Parken bis höchstens 30 Minuten gebührenfrei zu stellen. „Oberbürgermeister Michael Wolf sollte nicht ständig auf die Gewerbegebiete der Nachbargemeinden einprügeln. Vielmehr sollte er im Interesse seiner Stadt durch konstruktive Maßnahmen wie die Einführung einer solchen Brötchentaste den ungleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen Gewerbegebieten und Innenstadt entgegenwirken“, fordert der Vereinschef.

Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene und kürzlich vorgestellte Einzelhandelsstudie hat ergeben, dass zu viele für eine Innenstadt typische Produkte in den Märkten der drei Umlandgemeinden angeboten werden. Dies würde zu einer Verödung der Altenburger City führen, wurde gewarnt. Altenburg, Nobitz, Windischleuba und Lödla sollen sich nun auf ein neues Einzelhandelskonzept einigen.

Quelle: OVZ vom 8.5.2015, S. 13